Pressestimmen:

Kleinezeitung, 20.7. 2013

Christopher Hinterhuber und das „casalQuartett“

GRAZ. Die heute endende „styriarte“ hatte heuer bei Umbesetzungen quasi einen „Lauf“. Launiger aber als Bratschist Markus Fleck kündigte wohl keiner einen Ausfall an – nämlich jenen der ersten Geigerin seines Schweizer „casalQuartett“. Umso verblüffender, wie sich der 29-jährige Münchener Felix Froschhammer als Vierter im Bunde einfügte und samt dem Klagenfurter Pianisten Christopher Hinterhuber das Kernstück des Abends gestemmt wurde: Johannes Brahms hatte sein Klavierquintett in f-moll 1865 offenhörlich mit Herzblut statt Tinte geschrieben. Elegisch bis muskulös und erregend in seinen Wendungen und Üppigkeiten, ist dieser 45-Minuten-Koloss fast mehr Symphonie als Kammermusik, die die fünf Virtuosen mit Bravour und Verve zelebrierten.

„Brahms tanzt Tango“ lautet das Motto in der vollen List-Halle, was natürlich gelogen war. Auch, weil Teil 2 des Programms nicht ganz Schritt halten konnte. Von kleinen Stücken Tschaikowskys, Glasunows und Blumenfelds gerahmt, fehlten den „Vier Jahreszeiten“ von Astor Piazzolla aus 1970 weder Esprit noch Passion, im „selbst gebastelten“ Arrangement aber etwas der einstige Ruch der Kaschemme und wohl auch der Tango-„Urton“ des Bandoneons. Dennoch berechtigter Jubel. MICHAEL TSCHIDA

 

Kronenzeitung, 21. 7. 2013